Videopong

Situation

In der Schweiz, wie auch international, hat sich in den letzten Jahren die Anzahl freischaffender VJs und Videokünstler vervielfacht. Als VJ (VisualJockey) bezeichnet sich, wer bewegtes Bild assoziativ zur Musik mischt, wer einen musikalischen Anlass bildlich und räumlich untermalt, so dass Bild, Raum und Ton in ein stimmungsvolles Ensemble verschmelzen. VJing ist ein junges Feld der Videokunst, in welchem ein wichtiger Aspekt die Generierung von Video in Echtzeit ist. (Siehe Glossar "VJ")

Aufgrund der technischen Möglichkeiten, sowie einem immer breiter werdenden Arbeitsumfeld hat die Szene einen enormen Zuwachs erhalten. Die Nachfrage wie auch das Angebot haben sich vielseitig entwickelt und einen Stand erreicht, der für viele Veranstalter, Musiker und Interessierte nicht mehr zu überschauen ist. Es gibt noch keine Labels welche als Copyright-Holder von VJ-Arbeiten auftreten, um die Rechte dieser zu Schützen und so den Markt zu strukturieren.

Gleichzeitig sind in den letzten Jahren mehrere Video-Webseiten (youtube, vimeo, ..) bekannt geworden. Die meisten Anbieter dieser Plattformen fokussieren sich allerdings darauf, dass User schnell und einfach einen Clip der ganzen Welt zeigen können. Die rechtliche Situation zur Weiterverwendung der Clips ist nicht klar, meistens wird dies sogar technisch verhindert. So steht vor allem der Konsum der Clips und finanzielle Interessen der Betreiber im Vordergrund, was sich nicht zuletzt durch astronomische Summen auszeichnet, welche Übernahmen begleiten.

Da VJs und Videokünstler, ähnlich wie DJs Teil, der Remix-Kultur sind und der Share-Gedanke mittlerweile weit verbreitet ist, fehlt eine Möglichkeit um legal an Material zu gelangen, was als Grundlage für die eigene Performance verwendet werden kann und ebenso eine Plattform, auf welcher eigene Clips unter geregelten Bedingungen verfügbar gemacht werden können.

Ziele

Videopong wird speziell für VJs und Videokünstler entwickelt und bietet neben den üblichen Upload-Optionen folgende erweiterte Möglichkeiten:

  • Der Download des unveränderten original Clips ist möglich, sofern es der Besitzer erlaubt.
  • Die Clips werden unter Creative Commons Lizenzen, welche remixen erlauben, veröffentlicht (creativecommons.org). Dem User stehen auch verschiedene Lizenz-Varianten zur Verfügung.
  • Remixes können mit dem Ursprungsclip verknüpft werden: Somit bleibt die Remix-Kette zum Ausgangsmaterial sicht- und nachvollziehbar
  • Videopong ist komplett werbefrei und arbeitet nicht gewinnorientiert
  • Es ist der direkte Download eines speziell für VJ-Programme konvertierten Clipformats möglich
  • Die User nehmen aktiv an der Weiterentwicklung teil.
  • Ein transportabler Take-away Server (siehe Glossar) wird an VJ-Festivals und Events ohne Internet-Zugang die Funktionalität von Videopong anbieten können

Vision

In naher Zukunft nimmt Videopong in der VJ- und Videokunst-Community die Rolle eines Vermittlers zwischen VJs und Videobegeisterten ein, um Content, Remixes oder sogar ganze VJ-Sets und Videoarbeiten zu tauschen sowie diese zusammen zu erarbeiten. VJs können sich auf Videopong.net der Öffentlichkeit präsentieren und durch Clip-Verkäufe oder durch Aufträge, welche über Videopong.net zustande kommen, profitieren. Hier schliesst Videopong die Lücke zwischen Video-Anbietern (Vjs und Videokünstlern) und Video-Nutzern (Event-Organisatoren, Festivals, Clubs, usw).

Videopong eröffnet den VJs und Videokünstlern die Möglichkeit sich selbst aktiv an der Share- und Remix-Kultur zu beteiligen, ohne die Rechte an den eigenen Werken abgeben zu müssen.

Videopong tritt als Kurator auf, sei dies innerhalb der Videopong.net Plattform selbst (Channels, Frontseite etc.) oder auch als Präsentationsplattform, welche an speziellen Orten aufgestellt wird (Take-Away Server und Kiosk-System).

Videopong wird an verschiedenen nationalen und internationalen Festivals mit dem Videopong Take-Away Server vertreten sein und so den Videokünstlern vor Ort als Arbeitsinstrument zur Verfügung stehen und ebenfalls deren Arbeiten dem Publikum interaktiv zugänglich machen.

Da breitbandige Internetanschlüsse immer verbreiteter sind und überall zur Verfügung stehen, wird ebenfalls ein VJ-Tool welches die Inhalte direkt aus dem Videopong.net bezieht angestrebt, um VJs eine maximale Flexibilität zu gewährleisten.

Glossar

Videopong.net

Videopong selbst ist eine selbst entwickelte Webapplikation welche in verschiedenen Arten und in verschiedenen Kontexten betrieben und verwendet werden kann:

  • Die online Plattform für VJs und Videokünstler nennt sich Videopong.net. (www.videopong.net)
  • Die portable Version welche auf einem Rechner installiert komplett an einen bestimmten Ort mitgenommen werden kann, nennt sich portabler Videopong Take-Away Server

Portabler Videopong Take-Away Server

Als portabler Videopong Take-Away Server bezeichnen wir den physischen Rechner welcher mit der Videopong Webapplikation bestückt an Orten ohne oder schlechter Internetanbindung verwendet werden kann, um so den anwesenden VJs und Videokünstlern einerseits die gleichen Möglichkeiten zu bieten wie Videopong.net und andererseits auch erweiterte Features welche nur in einem örtlich beschränkten Kontext und Computer-Netzwerk funktionieren (sehr schneller Upload und Download, geteiltes Netzwerk-Laufwerk, ...).

Nach dem Event kann der so erarbeitete Content in die online Variante Videopong.net integriert werden und auch in separaten Channels präsentiert werden.

VJ

Als Mischung aus Videokunst, Musikvideo, Design und der Arbeit eines DJs entstand das VJing (Generierung von bewegten Bildern in Echtzeit, meistens im Zusammenhang mit Musik – Arbeit als Visual Jockey, «VJ») Ende der 80er Jahre. In der Zwischenzeit entwickelte es sich zu einer etablierten Kunstform der visuellen Musik. Einhergehend mit einer immer rasanteren technologischen Entwicklung bahnte sich diese Kunstströmung ausgehend von Europa ihren Weg in alle möglichen Kulturkreise der Welt. Über seinen ursprünglichen Kontext wie Clubs, Festivals, Theater und Tanz hinaus, hält das VJing nun als Installation und Performance im öffentlichen Raum, in Ausstellungen, Galerien und Museen vermehrt Einzug.


Der VJ ist heute etablierter Bestandteil der Club-Szene und erweitert eine Audioperformance um die visuelle Komponente.

Videokultur

Videokultur ist ein Zusammenschluss von VJs, die überwiegend in der Schweiz tätig sind. Videokultur will die Qualität des VJing steigern, vernetzt VJs miteinander und stellt ihnen ein Umfeld zur Verfügung, in dem konstruktiv an gemeinsamen Projekten gearbeitet werden kann. Videokultur kommuniziert die Arbeit der VJs in der Öffentlichkeit und baut Partnerschaften zu Veranstaltern, Projekten, Labels und Firmen auf.

Die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Shift Festival (Basel), dem Copy Festival (Zürich) und anderen ermöglichen es, die Anliegen der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Arbeiten der Mitglieder einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.

Videokultur besteht zur Zeit aus fünf VJ-Crews: Bildstörung (ZH,SZ), Kim&Jim (LU), Pixelpunx (AG,BS), Projektil (ZH) und Suffix (LU).

Als Label, Veranstalter, Plattform und Netzwerk kann Videokultur seit der Gründung 2007 schon erfolgreiche Projekte vorweisen: Die Veranstaltungsreihe «Elektro-Lux», das Musikfernsehen im Club-Kontext «Musikvideobar», den mobilen, 360°-bespielbaren Raum «Quadroplex», das experimentelle Sendeformat «Nebenkanal» sowie die Events für Visual Jockeys, «VJ-Stammtisch» und «VJ-Camp», in denen Projekte präsentiert, neue Konzepte erprobt und Kollaborationen aufgebaut werden.

Videokultur wurde bisher unterstützt von der Stadt Baden und dem Shift Festival.

© videopong.net 2010